Eine branchenübergreifende Sicht auf den Wasserstoffhochlauf in Deutschland

Wasserstoff als zentrales Element der deutschen Energiestrategie 

Wasserstoff hat in den letzten Jahren weltweit an Bedeutung gewonnen und wird zunehmend als entscheidender Baustein für eine nachhaltige Energiewelt angesehen. Insbesondere in Deutschland gilt Wasserstoff als vielversprechender Energieträger, der dazu beitragen soll, die ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen. Die Bundesregierung hat mit ihrer nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) den Wasserstoffhochlauf zu einem zentralen Element ihrer Energiestrategie erklärt. Formuliertes Ziel ist es, Deutschland zu einem globalen Vorreiter in der Wasserstoffwirtschaft zu machen. 

Die Umsetzung dieses ehrgeizigen Vorhabens hat sich bislang als äußerst komplex und herausfordernd erwiesen. Trotz des großen Potenzials von grünem Wasserstoff bestehen zahlreiche Hürden, die den Wasserstoffhochlauf in Deutschland verlangsamen oder behindern. 

Branchenüber­greifender Blick auf den deutschen Wasserstoffhochlauf 

PSvdL Consulting und Advyce & Perlitz haben diese Situation im Rahmen ihrer Projekte mit Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen intensiv diskutiert. Dabei hat sich gezeigt, dass trotz offensichtlicher Unterschiede zwischen den Branchen einzelne Hürden für den Wasserstoffhochlauf branchenübergreifend einheitlich benannt wurden. Dazu gehören unsichere Rahmenbedingungen für Investitionen in Wasserstoffprojekte, hohe Kosten für grünen Wasserstoff, mangelnde Technologieoffenheit und eine bremsende Bürokratie.  

H2 Tank

Sowohl in den geführten Gesprächen als auch in bisherigen Studien und politischen Stellungnahmen fehlt eine branchenübergreifende Sicht auf die Zusammenhänge und die notwendigen Schritte zur Überwindung der genannten Hürden. Vor diesem Hintergrund haben sich PSvdL Consulting und Advyce & Perlitz zusammengeschlossen, um einen übergreifenden Blick auf die unterschiedlichen Branchen der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland und deren jeweilige Situation zu werfen. Hierfür wurden über 50 Interviews mit Experten, Branchenvertretern und Entscheidungsträgern aus acht Branchen der Wasserstoffwertschöpfungskette geführt und die Ergebnisse im Rahmen einer Studie zusammengefasst. 

Schulterschluss zwischen Politik und Marktteilnehmern erforderlich 

Die Erkenntnisse aus der Studie betonen die Tatsache, dass der Wasserstoffhochlauf in Deutschland nicht nur durch politische und regulatorische Vorgaben, sondern auch wesentlich durch die Marktteilnehmer geprägt wird. Die meisten Unternehmen in den untersuchten Branchen befinden sich derzeit in einer Orientierungsphase. Während in einigen Branchen, wie zum Beispiel bei den Netzbetreibern, bereits konkrete Schritte unternommen werden, sind in anderen Branchen die identifizierten Hürden allgegenwärtig und erfordern sofortige Lösungen, um den Wasserstoffhochlauf nicht auszubremsen. 

In der gegenwärtigen Phase ist es notwendig, dass sämtliche relevante Akteure – von den Erzeugern, über die Versorger und Abnehmer bis hin zur Politik und der Regulierung – ihre Kräfte bündeln. Dies erfordert eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit sowie die konsequente Umsetzung der in unserer Studie dargelegten Handlungsempfehlungen.  

Der Wasserstoff­hochlauf kann nur gemeinsam gelingen 

Wir freuen uns darauf, die gewonnenen Erkenntnisse in Gesprächen mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik weiter zu vertiefen und so den nachhaltigen Wasserstoffhochlauf in Deutschland weiter voranzutreiben.