Kommunale Wärmeplanung zwischen Anspruch und Realität
Die kommunale Wärmeplanung (KWP) steht vor einer zentralen Herausforderung: der Verfügbarkeit und Qualität relevanter Daten. Unser neues Whitepaper „Datendefizite: Kommunale Wärmeplanung stockt – Optimierungsansätze für Datenbezüge“ zeigt Lösungsoptionen auf, um Schwierigkeiten bei der Datenerhebung zu umgehen und effektive Planungen durchzuführen.
Wir haben in einer unabhängigen Untersuchung Wärmeplanende nach ihren größten Herausforderungen bei der Datenerhebung befragt und ihre Einschätzungen diskutiert. Für Datensätze mit mehreren Bezugsquellen haben wir das wesentliche Für und Wider zusammengetragen und in einem Whitepaper datensatzbezogene Lösungsvorschläge formuliert.
Datenqualität vs. Ressourcen: Der richtige Genauigkeitsgrad
Eine mangelhafte Datenqualität lässt sich im Extremfall immer durch eigene Messungen verbessern. Dieses Vorgehen steht jedoch im Widerspruch zu den begrenzten kommunalen Ressourcen. Stattdessen sind praktikable und zielgerichtete Verfahren erforderlich, die im Rahmen von Kosten-Nutzen-Abwägungen die erforderliche und gleichzeitig möglichst hohe Genauigkeit erreichen.
Die Analyse verdeutlicht, dass nicht jede Information denselben Mehrwert für die Planung bietet. Das Ziel der KWP ist insbesondere die Ausweisung von Eignungsgebieten sowie die Wärmenetzplanung. Deshalb kann teilweise auf übermäßige Datengenauigkeit verzichtet und stattdessen können sinnvolle Annahmen getroffen werden.
Lokale Akteure als Enabler der Wärmewende
Besonderes Augenmerk legt unser Whitepaper auf die Rolle der lokalen Akteure: Energieversorger, Netzbetreiber und Industrieunternehmen verfügen über wichtige und teilweise alternativlose Informationen und sollten frühzeitig in den Transformationsprozess eingebunden werden. Ebenso können Landesbehörden und Kommunalverwaltungen eine wichtige Rolle als Enabler spielen – etwa durch die Digitalisierung von Bauakten, Kehrbüchern und Verfügbarmachung mit den ALKIS-Daten.
Kontextabhängige Datentiefe und lernende Planungsprozesse
Allerdings gibt es auch individuelle Faktoren je Kommune, die eine Rolle spielen, wann auf die Erhebung von Daten verzichtet werden kann und wann dies zu deutlich ungenaueren Ergebnissen führen könnte.
Das Whitepaper liefert Denkanstöße, wie die Effektivität der KWP verbessert werden könnte und gibt einen Ausblick auf die fortlaufend notwendigen Anpassungen in den Planungsprozessen.
Prüfen Sie unsere Diskussionsvorschläge im Whitepaper und sprechen Sie unseren Kollegen Marcel Merkelbach für einen fachlichen Austausch an!